Hmhm:
Sonntag Morgen, mit schwerem Gepäck,
fuhr ich aus Vancouver Downtown weg.
Der Bus war voll
War echt nicht toll
(und ich hegte Groll)
Verlief mich wie immer,
doch fand dann zum Zimmer,
oder sollte ich sagen Saal?
Platz für 14 allemal.
Wieder ganz oben im Doppelstockbett,
aber ich machte es mir dort nett.
Nur 5 Minuten bis zum Strand,
wo der Hydrant im Sand versank.
Der Himmel färbt sich taubenblau,
am Folkfestival nahm ich teil-für lau.
Kaffee nippend reime ich hier
Ich schreib auf Broschüre, mir fehlt das Papier
Ja, so war das damals (gestern). Da ahnte ich noch nicht, was mich die Nacht erwarten wuerde. Mein Schlaf-Wach/Rhythmus hat sich noch nicht ganz etabliert, ich werde abends gg 8 total muede, schlafe ein und wache dann 2-3 Stunden spaeter wieder auf, meistens weil mich irgendein (monotones) Geraeusch weckt und/oder die Blase drueckt. So auch gestern wieder. Vorsichtshalber versiegelte ich meine Ohren mit Wachs, aber die Monotonie drang bis in mein Hirnmark vor und sehr lange konnte ich nicht ausmachen, welches Geraeusch mich diesmal aus dem Schlummerland holte. Allmaehlich daemmerte es mir, denn ich sah als ich mein Schlafgemach bezog, eine Art Beatmungsgeraet auf dem Bett gegenueber. Ein Kasten, aus dem ein schlauch herauskam mit Maske. Ja, der Apparat bzw die atmung der Frau in diesem Bett machten so furchtbare Geraeusche, als wuerde jemand mit Asthma oder Atemschwierigkeiten neben dir ganz laut um Luft roecheln, nur halt immer im gleichen Ton. Es machte mich wahnsinnig. Ich fragte mich, wie um alles in der Welt man denn nur so reisen koenne und dies seinen Mitmenschen antun koenne. Ich denke, die Frau unter mir litt auch ziemlich darunter. Es hatte keinen Zweck, ich konnte nicht mehr einschlafen. also ging ich meine optionen durch...kissen und decke schnappen und aufs Sofa draussen umziehen? Schien verlockend. Aber erstmal dachte ich mir, ich beschwere mich bei der Rezeption, kann doch nicht sein dass da soviele Menschen drunter leiden muessen wenn 1 Mensch mit solch Geraet umherreist (besagte Atmungsdame war auch schon etwas betagter, und ueberhaupt wird das youth hostel seinem namen nur bedingt gerecht.) Der Typ der Nachtschicht hatte bot mir sofort ein ruhigeres Bett an und ich zog fuer diese eine Nacht vom Raum "English Bay" nach "Granville" (so sollte Vancouver urspruenglich heissen). Dort war es um Welten ruhiger...bis irgendwo ein Handy klingelte bzw ein Handyalarm losging. Meine Fresse. Irgendwie gelang es mir dann doch noch etwas zu schlafen und gg 6:30 (werde ich spaetestens wach) stand ich auf und widmete mich meinen Tagesplaenen. Ja, vielleicht bin ich kleinlich, aber ich wuerde mehr Ruecksicht auf meine Mitreisenden nehmen.
Aber es gibt natuerlich auch erfreulichere Dinge. Das Wetter z.B. um die 20 grad, immer ne kuehle brise und in der Sonne warm. Als ich mein Bankkonto eroeffnete, meinte der Berater, es koenne schonmal vorkommen, dass es in VAN heiss wird, so 25,26 Grad...da musste ich sehr grinsen. Ich habe ausserdem mal bei Couchsurfing meine Reisedaten veroeffentlicht und prompt wurde ich von diversen Typen angeschrieben die mir Obdach bieten. Die einzige Frau weit und breit bei der ich anfragte, antwortete nicht. Hmpf. Nunja. Mit einem Typ treffe ich mich nachher zum Essen und vielleicht ergibt sich mit anderen auch meet&greets oder sogar uebernachtung. Mittwoch muss ich ja wieder auschecken, oder ich verlaengere. So sieht das hier aus im Moment. Ich bin gespannt was heute noch so passiert ...und generell :)
