ist das Lieblingsfüllwort von Golita, ich kann es nicht mehr hören, in zweierlei bedeutung. Aber der Reihe nach.
Uff. Also mit dem Internet ist es echt schwierig und umständlich und hinzukommt,dass ich kaum Zeit habe. In Vernon hatte ich instabiles WLAN und keinen Empfang auf meinem anderen Handy mit kanadischer Nummer. Bei Golita in Salmon Arm gab's kein wlan nur stationäres Internet auf nem Apple PC (wollte ich nicht nutzen) aber einigermaßen Handyempfang. So ließ ich in diesen 8/9 Tagen alles durch Daniel übers Telefon erledigen. Die Alternative bestand darin in eine Fastfoodfiliale zu laufen (15 min zu Fuß) und dort zu surfen. Allerdings war ich bei Mrs Schnittka von Ca.9 Uhr bis Ca.21 Uhr eingespannt und davor oder danach nicht wirklich motiviert noch loszuziehen. Nun schreibe ich schon die dritte Woche in Folge alles aufm Smartphone, was verdammt lästig ist. In Summerland, wo ich seit gestern Abend bin,gibt es WLAN, aber nur im Haus, und ich bin im camper untergebracht. Dafür habe ich endlich mehr Freizeit, muss aber sehr früh aufstehen. Ich hoffe keiner kommt auf den Gedanken dass ich hier lässig vor mich hinchille... es ist alles sehr anstrengend. Jedoch will ich mich nicht beschweren, es ergeht mir hier allemal besser als in Deutschland, mental.
Zurück zu Salmon Arm. Golita ... tja, war eine Klasse für sich. Ein Garten mit allem möglichen Gemüse und Obst, sträflich vernachlässigt, Da vielzuviel Arbeit für einen Menschen allein. Ihr Freund war der Hobbyimker und half ihr nicht viel. Sie selbst ist 81(!) und nicht mehr allzu fit. Meiner Meinung nach braucht sie ne Haushaltshilfe (zu dieser fühlte ich mich degradiert) und keine klassischen wwoofer. Für die meisten Farmer ist jeder Tag gleich, was für mich bedeutete dass ich auch am we viel machen musste. Immerhin hat sie mich nicht In der Sonne schmoren lassen. das Essen war ausgezeichnet und kam grösstenteils aus ihrem Garten. Die Gespräche bzw das was sie erzählt hat, war ungemein aufschlussreich und ich hab viel Garten knowhow mitgenommen. Zu meinen Aufgaben zählten Brombeeren pflücken, Kartoffeln und Knoblauch vom letzten Jahr ernten (haben se nicht eher geschafft), Unkraut jäten (der Klassiker) getrocknete Samen verpacken, Diverses Gemüse zurückschneiden und natürlich viel in der Küche helfen...ja, die Leute verwenden unglaublich viel Zeit für Essenszubereitung, Sachen einkochen, für den Tiefkühler fertigmachen, Marmelade, Saft, alles erdenkliche... also golita und hier in summerland auch Jana sind von früh bis spät nur mit food preparation beschäftigt. Klar, wenn man Rentner ist oder keinen Job hat... zumindest sollte man gern gärtnern oder kochen, ansonsten ist das ja kein Leben (für mich). Der Geschmack und dass man etwAs für seine Gesundheit macht, überzeugt, aber wer soll das bitte neben einem vollzeitjob hinkriegen?!
Ist schon blöd... Ich habe jedenfalls viel nachgedacht über Essen und den Aufwand, den Preis und die Bedeutung, ich hüte mich aber davor ins moralaposteln zu verfallen. Salmon Arm selbst hat mir gut gefallen, klein,gemütlich, am See gelegen, leider hatte ich nicht viel Gelegenheit rumzustromern :(
Noch ein paar Highlights von meiner Zeit dort:
- Honigernte nach einer neuen und schonenderen Methode (mir wurde wieder bewusst warum Veganer auch auf Honig verzichten...)
- Ich habe mich an der linken Hand verletzt. Vermutlich an einem Rosenstrauch, mein mittlerer Fingerknöchel war 3 Tage lang geschwollen und schmerzt jetzt immer noch, mal mehr mal weniger...Ich hab jede Menge salben von golita bekommen aber weiß immer noch nicht was das nun genau ist, verstaucht vielleicht...(zum Arzt gehen ist hier, Überraschung, umständlich und ich muss viel Geld vorschiessen, ich hoffe immer noch dass sich das bald von alleine erledigt)
- separater Eintrag(folgt)
So, das war's erstmal in kürze und hoffentlich ohne erneute lange zwangspause...
