Bis zum 14.08. sieht es bezüglich einer Internetverbindung leider düster aus.
minibiber am 07. August 16
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Nach der großen Hitze kam heute der große Hagel, praktischerweise in meiner Mittagspause. Vormittags noch mit Sonnenspray besprüht, nachmittags in Regenjacke und abends Oktoberfeeling. Heute den ganzen Tag Unkraut gerupft, ich konnte garnicht mehr aufhören...es nimmt auch irgendwie kein Ende, hier noch etwas dort noch bisl...Löwenzahn und Disteln haben furchtbare Wurzeln. Es gibt mindestens 3 verschiedene Ameisenarten auf dem Anwesen und diverse (Mäuse?)Löcher. Ich glaube dass ich meinen Wwoofer Hosts trotz größter Bemühungen meinerseits zu langsam und ineffektiv bin. Eine Aufgabe ist in 2 Minuten erklärt, birgt aber Arbeit für Stunden wenn nicht gar Tage...ab Freitag werde ich dann meine nächste Stelle antreten, 40 km von Vernon entfernt. Die Farmerin trägt den ulkigen Namen Golita Schnittka und kommt aus Berlin, ebenfalls ausgewandert. Freitag 17 Uhr Ortszeit ist Übergabe am Walmart. In Salmon Arm (Lachsarm, ist das nicht witzig?) werde ich bis zum 14. bleiben und im Camper (Wohnmobil) untergebracht, spannend! Und danach habe ich auch schon die nächste Stelle klargemacht, in Summerland, wieder im Okanagan Valley, sieht so aus, als käme ich hier nicht mehr weg ^^ Dafür gibt's dann endlich mal Gemüse im Garten und Bienen!
minibiber am 03. August 16
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Was für eine Woche. Ich hab noch nie im Leben so hart körperlich gearbeitet und war noch nie so kaputt. Vielleicht bin ich verweichlicht, aber ich glaube jeder wäre
bei dieser Arbeit an seine Grenzen gekommen...es ist seit letzten Sonntag unglaublich heiß. Ich wollte eine Radtour
machen, es wurde eine Radtortour draus.Die Straße hinab war ja ganz lustig, aber der Weg zurück war die Hölle, zu steil zum Radfahren... ich habe 2 Stunden und viele Verschnaufpausen im Schatten gebraucht vom Tal zurück zur Shangri-la Ranch. So, zu meinen Glanzleistungen: Holzstammscheiben siehe Bild vom letzten Mal aufs Auto und zu Hause abladen, Unkraut jäten mit dem weed eater, eine Motorsense, recht schwer und extrem stark vibrierend, also das Teil zerhäckselt das Unkraut-richtig angewandt, bei dieser Aufgabe bin ich gescheitert. Unkraut jäten mit Riesenschnippschnapp und händisch ging schon eher...Dachkantel (so was wie ne Dachrinne nur eckig) vom Dreck befreien damit Klaus mit Silikon etwas kitten konnte. Hierbei musste ich auf die Leiter und hab jede Menge Dreck eingeatmet. Dann Laub und Nadeln von gefühlt 3 Jahren zusammenharken und in Tonnen verfrachten. Darunter zig Unkräuter zupfen...besonders junge Triebe von Nussbäumen...die vergesslichen wuscheligen Baumkletterer (Streifen oder Eichhörnchen) vergraben Nüsse als Vorrat, die sie dann nicht mehr finden und daraus entstehen dann Bäume. Blumen und Bäume gießen, das war mal ne schöne Tätigkeit und mein Highlight: Holz spalten. Nicht mit Axt sondern mit Hilfe einer hydraulischen Vorrichtung am Traktor. Man legt das Holzteil auf eine Art Schiene und dann drückt man nen Hebel der wiederum einen Keil zwischen das Holz treibt so dass es sich aufspaltet, ganz langsam ging das und war ganz ...ok. Holz macht mitunter interessante Geräusche wenn es birst/berstet/geborsten ist.(barst?)
Dann die entstandenen Holzscheite stapeln wie man es aus Filmen oder Berghütten kennt. Warum ist das alles so anstrengend? Weil man sich ständig bücken muss und die Arme belastet werden (alle mit Gartenarbeiterfahrung werden jetzt zustimmend nicken) und dazu die Hitze (Arme verbrannt) und irgendwelche Viecher. Warum berichte ich so ausführlich von meinem Martyrium? Weil ansonsten nicht viel passiert ist. Teilweise konnte ich die leichtesten Dinge nicht mehr anheben und meine Hände haben gezittert. Ja, so ist das Farmerleben, hart und unerbittlich. Aber wenigstens sieht man das Ergebnis seiner Bemühung, und es erscheint einem weniger sinnlos als Büroarbeit. Mir geht's zumindest so. Und dann musste ich noch Essen vorbereiten und hinterher aufräumen. Quasi Full time Job hier. Aber es lohnt sich, hab hier noch kein Geld ausgegeben, ha!
Ja, und Klaus ist mit seinen 78 Jahren irgendwie fitter als ich, das beschämt mich...nun ja. Nebenbei erfährt man einiges über das Auswandern und Kulturunterschiede. Ausserdem ist die Gegend hier sehr gefährlich: weniger wegen der Bären als vielmehr wegen der Beschaffungskriminalität. Viele (versuchte) Einbrüche und bei einem Haus an dem wir vorbeikamen hieß es, dort seien die Hausbewohner erschossen worden. Gulp. Donnerstag kam dann auch die Hausherrin aus Vancouver zurück und sorgte dafür,dass ich Freitag Nachmittag frei bekam ;) mal sehn, was mich nächste Woche erwartet. Ich möchte jedenfalls niemals n Häuschen im Grünen haben, das wäre mir der Aufwand nicht wert. Ich weiß, ich bin ein Jammerlappen...Ende nächster Woche geht's weiter, wohin auch immer...wenn ich keine weitere Wwooferstelle an Land ziehen kann werde ich eben erstmal wieder bisl urlauben (ohne zusammenharken) ...

minibiber am 31. Juli 16
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