War das ein Stress die letzten Tage... Ich war ja gleichzeitig auf der Suche nach einem Zimmer und nem Job. Sonntag Nachmittag habe ich zig Anzeigen gewälzt und Leute angeschrieben... Kurz darauf erhielt ich 2 Rückmeldungen; ach, ich suche nur männliche Bewohner und ach, ich suche jemanden für mind.9 Monate. Achso! Stand nicht in der Anzeige, sorry für die Zeitverschwendung. Gg. Abend erhielt ich dann einen Anruf von einer Frau mit sehr starkem Akzent, wenn ich wollte, könne ich jetzt noch vorbeikommen? Natürlich stiefelte ich gleich los und besah mir das Zimmer. Die Frau (gebürtige Iranerin) fand mich gleich sympathisch und sagte mir direkt zu, das Zimmer sei ab sofort und bis zum 30.9. Ich dachte mir, cool, das nehm ich doch gleich, eh ich weiter rumsuche... Am Dienstag siedelte ich dann also ins Westend über. Die Vermieterin ist Tagesmutter und hat früh bis nachmittags 3-5 Kinder bei sich, hehe. Aber das ist kein Problem, ich bin eh kaum da, ständig unterwegs um irgendwas zu organisieren... Mittwoch früh hatte ich eine Art Vorbereitungstreffen von der Firma, bei der ich mich die Woche zuvor von Calgary aus bewarb. Eine Zeitarbeitsfirma; klingt aber schlimmer als es ist. Die sind im Baustellen und auch Lagerbereich aktiv... das Ganze hat Vor- und Nachteile, wie immer. Ich musste mir erstmal einen Grundstock an Arbeitskleidung zulegen, nämlich Sicherheitsschuhe, Warnweste, Helm. Also ganz Bauarbeitermäßig. Wir (d.h.andere Working Holiday Genossen) mussten uns diverse Videos zum Thema Arbeitssicherheit anschaun und hinterher ein 'ultraschweres' Safety Quiz absolvieren. Ich glaub die nehmen jeden der halbwegs geradeaus laufen kann. Jedenfalls hab ich gestern alles Zeug gekauft, nicht billig, diese Schuhe... Und denen Bescheid gegeben, dass ich einsatzfähig bin. Sogleich (alles per SMS) erhielt ich ein Angebot für morgen und Freitag dort und dort. So machte ich mich heute in aller Herrgottsfrühe auf zur ominösen Baustelle. Keine Sorge, ich wurde nicht zum Betonlegen oder Elektrik verlegen eingesetzt, sondern zum Saubermachen. Das Bauprojekt besteht aus mehreren hohen Appartementhäusern die alle in unterschiedlichen Stadien sind, vom Rohbau bis fertig. Wir (ein schweigsamer Genosse vom gestrigen Meeting und ich, etwas gesprächiger) sollten diverse Räume von Müll befreien, meist Verpackungen von irgendwelchem Interieur und Staub zusammenkehren (ich hatte Atemschutz und Schutzbrille) damit die nachgelagerten Arbeiten freies Feld hatten... Unser Supervisor hat mir ständig andere Arbeiten gegeben und seine Pläne geändert, es gab von 36 Stockwerken wohl kaum eins, in dem wir nicht durch den Staub gekrochen sind. Jedenfalls glaube ich dass ich dem zu langsam war (ich würde ja sagen gründlich) und er meinte zum Schichtende dass er mich morgen nicht mehr bräuchte, den anderen Typen aber schon. Da war ich schon etwas geknickt... Aber nunja, ich hoffe dass die bald etwas anderes für mich haben. ich gucke parallel nach Alternativen... Dabei hat mir die Arbeit schon irgendwie gefallen, man sieht ein Ergebnis, nachher ist es sauber und ordentlich und vor allem: keine (nervigen) Kunden bedienen. Allerdings fühle ich mich nach nur einem Tag als hätte ich eine Schachtel Kippen geraucht *hust* Siggi, mir hätten soviel Spaß gehabt!

minibiber am 09. September 16
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Das Teil plus Helm steht Dir ganz gut; schade, dass Du es nicht so lange tragen durftest. Ich hoffe, Du findest schnell was neues in Vancouver.
Zur Erinnerung: Elisa hat morgen Geburtstag. Vieelleicht kannst Du eine SMS schicken.
Lg Papa