...denn ich bin zurück in Vancouver. Aber der Reihe nach. Nach ein paar Rumgammeltagen in Calgary mit halbherziger Jobsuche (gleichwohl ich nach einer übermittelten Bewerbung sogar schon einen Anruf erhielt mit Einladung am folgenden Tag) habe ich entschieden dass die Jobaussichten hier in Van wohl am besten seien. "Leider" ist hier am Montag Feiertag (labour day, wie passend...) und ich kann erst am Dienstag so richtig weitermachen. Die verfügbaren Jobs sind auch nichts worum sich ein halbwegs qualifizierter junger Mensch reißen würde, weswegen sich mein Enthusiasmus stark in Grenzen hält. Sie lassen sich mit Putzen und Servieren gut zusammen fassen. Die Couchsurfing Gelegenheit war eine sehr gute Erfahrung, eine richtig schöne Wohnung mit eigenem Zimmer UND Bad ;) und mein Host Chris sehr nett. Die restlichen Versuche irgendwo unterzukommen sind ein einziges Rumgeeiere, erst wird Interesse signalisiert, dann herrscht Schweigen, wenn ich jemanden anschreibe kommen nur Absagen und ich bekomme "leider habe ich nur ein Bett, möchtest du es vielleicht mit mir teilen?"-Angebote. So wandere ich von Hostel zu Hostel und sehne mich sehr nach einem Platz an dem ich mal länger verweilen kann. Nach 7 Wochen habe ich vorerst keine Lust mehr zu reisen (und kein Geld) egal wie rosarot mein Trip von außen erscheinen mag, es ist mit vielen Strapazen verbunden. Ich tröste mich mit der wundervollen Natur und der Vorstellung dass mir eine 9-5 Bürowoche erspart bleibt sowie dem Privileg überhaupt hier sein zu dürfen... Ich bin soviel draußen unterwegs (wenn ich nicht grade den ganzen Tag im Bus sitze) dass ich mir im Moment garnicht vorstellen kann den ganzen Tag drinnen zu verbringen. :/
So, ich war dann in Calgary im Prince lsland Park und im Zoo (soviel tolle Sachen gabs dann doch nicht in der Stadt)
Auf dem Weg zurück habe ich wenigstens noch einen Tag in Banff (Town, nicht der Nationalpark) verbracht... Konnte nicht einfach durch die Rockies fahren und mir nichts angucken. ;) Leider hats fast ununterbrochen geregnet, aber ich bin tapfer draußen rumgestiefelt, auch dank der Tatsache dass ich mir regensichere Schuhe in Calgary besorgt habe (und meine hoffnungslos zerfledderten Arbeitsschuhe entsorgt). In Banff befindet sich eine stinkende Quelle die als Ursprung aller kanadischen Nationalparks gilt, man kann auch in einem Bassin baden, erinnert an Thermalbäder. Dann war ich noch an den Stromschnellen des Bow River. Gern wäre ich länger verweilt... Aber die Pflicht ruft.
Hier gibts auch ein paar Berge, falls mir mal nach Wandern zumute sein sollte. ;)
Also seit gestern Nacht bin ich wieder in Vancouver und mir war echt so als wäre ich nicht 6 Wochen weggewesen sondern höchstens einen Tag. Nun sitz ich in meinem oft frequentierten Fastfoodschuppen Tim Hortons und versuche wie immer für möglichst wenig Geld satt zu werden. Das Gebettel in den Großstädten ist echt schlimm, nirgends ist man sicher :( und so viele skurrile Gestalten überall... manchmal ist es echt gruselig. Besonders in Calgary waren so wenig Leute auf der Straße so dass ich mir manchmal vorkam wie in einem Zombiefilm, man ist weitgehend allein unterwegs und irgendwo schlurft einem ein "Wesen" entgegen mit gierigem Blick... So, es ist also nicht alles Gold was glänzt.

minibiber am 04. September 16
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liegt in Alberta, der östlich angrenzenden Provinz von British Columbia. Die Stadt befindet sich ca. 1000 km von Vancouver entfernt-und damit auch vom Pazifik ;) - das entspricht etwa der Strecke Leipzig-Paris. Auch liegt die Stadt in einer anderen Zeitzone, nun sind es "nur" noch 8 Std Unterschied... Ich saß den ganzen Tag gestern im Bus und habe die Landschaft bewundert... Von Summerland gings zurück Richtung Norden über Vernon und Salmon Arm, dann nach Osten und durch die Rocky Mountains. Einfach nur beeindruckend und schön. Das pure Klischee... die Bilder die man vor Augen hat wenn man an Kanada denkt: blauer See/Fluss, umgeben von Nadelwald und im Hintergrund schneebedeckte hohe Berge. ;)
Aber es gab auf der Strecke auch ein paar Laubbäume; alles erstrahlte in den schönsten Bob Ross'schen Farben. ;)
Leider standen wir 2 Stunden im Stau und ich kam dadurch im Dunkeln an, was ich möglichst vermeide. Es hat schon was, wenn man sich einer fremden Stadt nähert, die im Lichtermeer verheißungsvoll leuchtet, aber sich dann im Dunkeln zurechtzufinden... Mit dem C-Train, einer Art Stadtbahn bin ich zum Hostel gelangt, mir war aber,auch aufgrund einiger zwielichtiger Gestalten, sehr mulmig zumute. :(
Nun, bei Lichte betrachtet wirkte die Stadt natürlich nicht mehr bedrohlich und ich konnte relativ unbekümmert durch Downtown schlendern...welch schönes Wort und viel zu selten ausgeübte Tätigkeit! Endlich wieder frei, selbstbestimmt den Tag verbringen, herrlich! Dazu angenehmes Wetter, leicht bewölkt, um die 20 Grad, leichter Regen. Nach 3 Wochen Hitze ohne Regen eine wahre Wonne. Ich bin wieder sehr viel gelaufen... Bin in einer dieser riesigen Malls versumpft, endlich wieder junk food (hehe) und spontan ins Kino gegangen weil ich das schon die ganze Zeit mal machen wollte, um mich etwas ans Englisch hören zu gewöhnen. Ich nahm also den erstbesten Film der lief, was für ein Timing, er startete just-ohne Werbung und Vorschauen und günstiger als in Deutschland! (eins der wenigen Dinge...) Nur handelte es sich um einen norwegischen Film mit englischen Untertiteln, der auf der Berlinale lief. "In Order of Disappearance", ein gewohnt guter skandinavischer Streifen mit viel zuviel Leichen (Gulp). (und einer lausigen Polizeitruppe). Dann habe ich mich noch mit Futter versorgt und nun liege ich im gemütlichen Doppelstockbett-natürlich wieder oben-und werde mich selbstverständlich nicht dem gemeinen Partyvolk anschließen. Einen "where are you from" Seichttalk habe ich beim Frühstück erfolgreich im Keim erstickt (hihi). Ich habe erneut einen Couchsurfingversuch gestartet und es sieht gut aus das es klappt, so dass ich am Mittwoch "umziehe". Werde also mindestens eine Woche in Calgary bleiben und ab Montag mal auf Jobsuche gehen...

minibiber am 28. August 16
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willkommen in Summerland! Der Name hält was er verspricht, heiß, sonnig und gute Laune (haha). Befinde mich wieder abgeschieden auf einer Farm und darf wieder im Camper übernachten. Nun hab ich aber genug vom (unbezahlten) arbeiten und fahre am Freitag erstmal wieder zurück in die Zivilisation, genauer Calgary. Von dort aus werde ich mich dann auf Jobsuche begeben.
Zurück zu Summerland; ein wirklich hübsches kleines Städtchen mit auf Fachwerk getrimmten Häuschen und vielen Obst und Gemüseplantagen. Meine gegenwärtige Gastgeberin hat gefühlt alles Erdenkliche im Garten, sogar einen Ginkgobaum. Zu den typischen Arbeiten gehört Beete und Gewächshaus wässern, aussäen, ernten (u.a. Pflaumen, Tomaten, Kohl) "Kompost-Action", Zaun fixieren. Der Arbeitstag beginnt 6:30 Uhr, 8-9 Frühstückspause... bis etwa 12/13 Uhr und dann gehts in der Küche weiter. Etwas unternehmen geht hier schlecht, keine Fußwege und zum Berg hoch allein ist zu gefährlich: Bären & Pumas. Außerdem ist es meistens zu heiß. Die Natur rundherum ist wunderschön, und es gibt hier einen herrlichen Sandstrand der nicht völlig überlaufen ist, ich war auch schon baden (am WE natürlich).
Achja! Und ich blättere nebenbei in Garfieldcomics...passt zu den 2 Katzen die hier leben, Oreo und Egypt. Die Katze ist superflauschig und richtig anhänglich, katzenuntypisch. Anbei noch ein paar Impressionen...meine Hand ist wieder heile :)

minibiber am 24. August 16
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