was für eine tiefsinnige Überschrift, tagelang habe ich daran gefeilt...ich wünschte ich könnte an dieser Stelle von meinen spannenden Abenteuern aus Kanada berichten, leider gibts aktuell nichts Berichtenswertes, aber ich werde trotzdem etwas zusammenkratzen und warne an dieser Stelle schonmal vor akuter Leselangeweile! Die Firma, bei der ich im Lager arbeite, will mich anscheinend behalten...ich bleib aber vorsichtig, schließlich gibts keinen Vertrag. Meinen ersten Lohn habe ich auch (nach unglaublich nervenaufreibenden Strapazen) bekommen. Die Arbeit an sich gefällt mir gut, fühlt sich oft garnicht nach Arbeit an und passt gut in meinen Masterplan (geheim). Hauptsächlich kontrolliere ich Leihgaben wie Tischdecken und Vasen auf Schäden- Löcher, Flecke etc. wenn diese von Veranstaltungen zurückkommen, falte Vorhänge wieder ordentlich zusammen, poliere Laternen und Teelichtbehälter vor dem Versand...und Freitag durfte ich sogar Blumengestecke vorbereiten, immer mal etwas anderes zwischendurch. Nach meinem Umzug diesen Samstag hab ich dann auch einen kürzeren Arbeitsweg (länger schlafen/mehr Freizeit) als hätte ich alles im Voraus geplant, ich freue mich über all diese Fügungen. Jedenfalls ist der Tag also mit Arbeit gefüllt und der Abend mit essen kochen (Nudeln, divers arrangiert) und Kontaktpflege mit der Heimat und natürlich Recherche - ständig muss etwas geplant werden. Vor Ort hat sich noch nicht so wirklich etwas ergeben, ich legs aber auch nicht gerade drauf an und hab gern meine Ruhe. Zumindest versuche ich Kontaktaufnahmeversuche männlicherseits im Keim zu ersticken (Baustelle!). Ich fokussiere mich jetzt erstmal auf die kommenden Besucher, da bin ich ab Sonntag die folgenden 6 Wochen ausgelastet; und bestimmt gibt es dann viele neue (Natur-) abenteuer!

minibiber am 29. September 16
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Spätestens am ersten Tag nach der Ankunft in Vancouver weiß man, dass man diese Straße (bzw die Gegend drumherum-widibum) meiden sollte. Da ich vorgewarnt war, dachte ich mir, na klar, meide ich, dürfte ja nicht so schwer sein...in meiner begrenzten Naivität. ;-)
Was jedoch passiert, ist dass ich ständig auf diese Straße oder in deren Nähe komme, meist unbeabsichtigt. Und man merkt es ganz plötzlich dass das Publikum auf einmal ganz anders ist. Sowas Gruseliges habe ich echt noch nie gesehn. Natürlich ranken sich auch jede menge Mythen um die Straße, wie die von dem Typen der mit seinem Fahrrad von Toronto (!) nach Vancouver fuhr und auf der E Hastings beklaut wurde und seitdem durch die Straßen schleicht auf der Suche nach seinem Bike... Dort befindet sich auch die einzige offizielle Fixerstube ganz Nordamerikas. Spritzen findet man auch ganz oft und einfach nur Verrückte...oder sind sie auf Drogen? Man weiß es nicht. Auf meinen beiden Wohnungsbesichtigungen dieser Woche durchkreuzte ich die Gegend und Freitag Abend fuhr ich sogar absichtlich dorthin, da es auf der Straße einen Club gibt der "Dark 80ies" spielte, da konnte ich nicht widerstehen (fühlte mich auf Hin und Rückweg sehr unwohl)... Ja, das war ein kleiner Exkurs in die raue Welt des Subprekariates (das Wort habe ich grade kreiert). Jedenfalls habe ich ab Oktober ein Zimmer an der Nanaimo Street und es steht ein kleiner Umzug an. Dort will ich dann bis zu meiner Abreise residieren. Dass die Zimmersuche hier totaler Krampf ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Genauso wie die Jobsuche, aber auch da gibt es ein paar Lichtblicke. Insgesamt war die Woche wieder sehr durchwachsen, zwischen Hurra und Aaarrg wechselte ich sehr oft. Heute hatte ich den 3. Einsatz auf der Baustelle, immer ne andere... Und wir mussten bei strömenden Regen auf einem Dach Müll beseitigen und kehren. Ich war nass bis auf die Knochen (ein Knochenjob, haha). Am Do und Fr war ich in einer Lagerhalle arbeiten die zu einer Eventausstattungsfirma gehört. Dort werden Utensilien gepackt bzw entpackt die den dekorierenden Hintergrund für diverse Veranstaltungen bilden (bspw. Stühle, Vasen, Blumen, Decken, Buddhastatuen...) Die haben ziemlich viel Schnickschnack aber auch richtig coole Sachen, manche Teile werden extra angefertigt, es gibt einen Schreiner und Designer (huch, das reimt sich sogar)... Auf jeden Fall finde ichs dort angenehm, gutes Arbeitsklima, nette Leute... Nächste Woche darf ich nochmal kommen, ich hoffe sehr dass es was Stabiles wird... Hier gibts zunächst mal n job interview (Vorstellungsgespräch) das recht locker verläuft (vielleicht liegts auch an der Branche, bewerb mich nicht auf Bürojobs) dann probearbeiten (gg Bezahlung) und dann...hm...mal schaun! Aber eigentlich kann ich mit meiner Trefferquote zufrieden sein, da ich nur wenige Bewerbungen verschickt habe. Ja, ansonsten passiert hier nicht viel, ich lebe mein gewöhnliches Leben, fast wie zu Hause, sehr ruhig und zurückgezogen, nur ohne Freizeitstress ;-)
In 2 Wochen steht der erste Besucher auf der Matte (apropos, die Mehrheit der Zimmervermieter verbietet (Übernachtungs-) Gäste...) und dann werde ich mir hoffentlich wieder etwas hier anschauen können... Das spare ich mir nämlich auf. Eine Sache möchte ich nicht unerwähnt lassen: die Sache mit meinem Namen. Keine/r, aber auch wirklich keine/r kann meinen Namen richtig aussprechen... Das war mir im Ausland schon immer ein Graus, in Russland habe ich mich Uljana genannt und hier bin ich auf die Idee gekommen mich einfach ukay zu nennen, meine Initialen. Das funktioniert bisher ganz gut und ich spare mir viel Zeit und Nerven :)

minibiber am 18. September 16
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War das ein Stress die letzten Tage... Ich war ja gleichzeitig auf der Suche nach einem Zimmer und nem Job. Sonntag Nachmittag habe ich zig Anzeigen gewälzt und Leute angeschrieben... Kurz darauf erhielt ich 2 Rückmeldungen; ach, ich suche nur männliche Bewohner und ach, ich suche jemanden für mind.9 Monate. Achso! Stand nicht in der Anzeige, sorry für die Zeitverschwendung. Gg. Abend erhielt ich dann einen Anruf von einer Frau mit sehr starkem Akzent, wenn ich wollte, könne ich jetzt noch vorbeikommen? Natürlich stiefelte ich gleich los und besah mir das Zimmer. Die Frau (gebürtige Iranerin) fand mich gleich sympathisch und sagte mir direkt zu, das Zimmer sei ab sofort und bis zum 30.9. Ich dachte mir, cool, das nehm ich doch gleich, eh ich weiter rumsuche... Am Dienstag siedelte ich dann also ins Westend über. Die Vermieterin ist Tagesmutter und hat früh bis nachmittags 3-5 Kinder bei sich, hehe. Aber das ist kein Problem, ich bin eh kaum da, ständig unterwegs um irgendwas zu organisieren... Mittwoch früh hatte ich eine Art Vorbereitungstreffen von der Firma, bei der ich mich die Woche zuvor von Calgary aus bewarb. Eine Zeitarbeitsfirma; klingt aber schlimmer als es ist. Die sind im Baustellen und auch Lagerbereich aktiv... das Ganze hat Vor- und Nachteile, wie immer. Ich musste mir erstmal einen Grundstock an Arbeitskleidung zulegen, nämlich Sicherheitsschuhe, Warnweste, Helm. Also ganz Bauarbeitermäßig. Wir (d.h.andere Working Holiday Genossen) mussten uns diverse Videos zum Thema Arbeitssicherheit anschaun und hinterher ein 'ultraschweres' Safety Quiz absolvieren. Ich glaub die nehmen jeden der halbwegs geradeaus laufen kann. Jedenfalls hab ich gestern alles Zeug gekauft, nicht billig, diese Schuhe... Und denen Bescheid gegeben, dass ich einsatzfähig bin. Sogleich (alles per SMS) erhielt ich ein Angebot für morgen und Freitag dort und dort. So machte ich mich heute in aller Herrgottsfrühe auf zur ominösen Baustelle. Keine Sorge, ich wurde nicht zum Betonlegen oder Elektrik verlegen eingesetzt, sondern zum Saubermachen. Das Bauprojekt besteht aus mehreren hohen Appartementhäusern die alle in unterschiedlichen Stadien sind, vom Rohbau bis fertig. Wir (ein schweigsamer Genosse vom gestrigen Meeting und ich, etwas gesprächiger) sollten diverse Räume von Müll befreien, meist Verpackungen von irgendwelchem Interieur und Staub zusammenkehren (ich hatte Atemschutz und Schutzbrille) damit die nachgelagerten Arbeiten freies Feld hatten... Unser Supervisor hat mir ständig andere Arbeiten gegeben und seine Pläne geändert, es gab von 36 Stockwerken wohl kaum eins, in dem wir nicht durch den Staub gekrochen sind. Jedenfalls glaube ich dass ich dem zu langsam war (ich würde ja sagen gründlich) und er meinte zum Schichtende dass er mich morgen nicht mehr bräuchte, den anderen Typen aber schon. Da war ich schon etwas geknickt... Aber nunja, ich hoffe dass die bald etwas anderes für mich haben. ich gucke parallel nach Alternativen... Dabei hat mir die Arbeit schon irgendwie gefallen, man sieht ein Ergebnis, nachher ist es sauber und ordentlich und vor allem: keine (nervigen) Kunden bedienen. Allerdings fühle ich mich nach nur einem Tag als hätte ich eine Schachtel Kippen geraucht *hust* Siggi, mir hätten soviel Spaß gehabt!

minibiber am 09. September 16
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